Der Innenhof des MoMA PS1 bildet einen konstanten Rahmen für Projekte, die sich von Saison zu Saison verändern. Das Young Architects Program (YAP), eine Zusammenarbeit zwischen The Museum of Modern Art und MoMA PS1, lädt aufstrebende Architekturtalente ein, temporäre Außeninstallationen mit Schatten, Sitzgelegenheiten und Wasser zu entwerfen. Zum Programm gehören auch Umweltkriterien, darunter Nachhaltigkeit und Recycling.

Die Beständigkeit des Ortes ermöglicht es, unterschiedliche Antworten miteinander zu vergleichen, ohne sie auf ein einziges Rezept zu reduzieren. Einige Interventionen machen die vorhandene Geometrie sichtbar; andere fügen Oberflächen und Atmosphären hinzu oder rücken Systeme ins Zentrum, die normalerweise verborgen bleiben. Der Innenhof ist nicht länger nur Kulisse für Aktivitäten: Er ordnet Begegnungen und Wege und prägt, wie die Umgebung wahrgenommen wird.

Entwerfen, ohne Vorhandenes auszulöschen

Bei Holding Pattern, dem Entwurf von Interboro Partners, vermeidet der Eingriff Veränderungen am zentralen Hof und hebt stattdessen dessen siebeneckige Form hervor. Ein Dach aus Seilen und Segeltuch definiert den Raum und spendet Schatten, ohne dass Stützen am Boden die Wahrnehmung des Innenhofs stören. Im Mittelpunkt stehen die Besucherinnen und Besucher sowie bewegliche Elemente – Bänke, Hocker, flache Wasserbecken und Tischtennisplatten –, die verschiedene Arten der Nutzung ermöglichen.

Die angrenzenden Seitenhöfe erhalten unterschiedliche Gestaltungen: Einer wird mit Spiegeln verkleidet, der andere mit einem dichten Stadtwald gefüllt. Das Dach wirft wechselnde Schatten auf die inneren und äußeren Betonwände. So beeinflusst eine hoch gelegene Struktur auch die Wahrnehmung des Geländes von der Straße aus. Zum Entwurf gehören außerdem Möbel und Bäume, die am Ende des Sommers der umliegenden Gemeinschaft gespendet werden sollen.

Die Strategie lässt sich als Entscheidung darüber lesen, worauf der Schwerpunkt liegt. Statt die Struktur zu einem isolierten Objekt zu machen, lässt Holding Pattern Schatten, bewegliche Elemente und die Anwesenheit anderer Menschen das Erleben des Innenhofs prägen. Das ist eine Interpretation des Entwurfs, keine Aussage darüber, wie alle Besucherinnen und Besucher ihn erlebt haben.

Atmosphären durch Oberflächen und Elemente schaffen

2016 verband Weaving the Courtyard von Escobedo Soliz Studio ein gewebtes Dach mit Erdmodellierungen, um unterschiedliche Atmosphären zu erzeugen. Der Projektbeschreibung zufolge sollten diese Elemente Besucherinnen und Besucher dazu einladen, langsamer zu werden und ihre Beziehung zueinander, zur Landschaft und zum Himmel neu zu betrachten. Ein erhöhtes Sandbeet, ein spiegelndes Wasserbecken und ein Raum mit kühlenden Nebeldüsen bildeten eine Abfolge aus Texturen, Farben und Licht.

Während das Dach von Holding Pattern die bestehende Form hervorhebt, beruht dieser Eingriff auf einer neuen Topografie und voneinander abgesetzten Atmosphären. In beiden Fällen beschränkt sich temporäre Architektur nicht darauf, eine Fläche zu überdachen: Sie schafft Bedingungen zum Verweilen, Bewegen und Begegnen. Der Unterschied liegt darin, welche räumlichen Mittel die jeweiligen Teams in den Vordergrund rücken.

Ressourcen und Prozesse sichtbar machen

Andere Projekte verlagerten das Experiment auf Materialien oder Umweltsysteme. Hy-Fi von The Living wurde als runder Turm konzipiert, der aus organischen Ziegeln aus Maisstängeln und eigens für das Projekt entwickelten Wurzelstrukturen sowie aus reflektierenden Ziegeln mit Spiegelfolie besteht. Der Entwurf sah vor, die organischen Materialien in den Bodenkreislauf zurückzuführen und die reflektierenden Elemente für spätere Forschung wiederzuverwenden. Die Projektbeschreibung stellte außerdem eine Anordnung vor, die Licht ins Innere lenken und Luft bewegen sollte, um ein kühles Mikroklima zu schaffen. Das sind dokumentierte Entwurfsziele und -absichten, keine unabhängige Bewertung ihrer Leistungsfähigkeit.

Bei COSMO von Andrés Jaque / Office for Political Innovation wurde Wasser sowohl zum Thema als auch zu einem sichtbaren Bestandteil der Installation. Das Projekt wurde als bewegliches Artefakt aus Bewässerungskomponenten beschrieben, das das verborgene Rohrleitungssystem der Stadt sichtbar machen und Wasser über einen viertägigen Zyklus filtern sollte. Der Entwurf verband diesen Prozess mit einem Treffpunkt und der Einladung, über Wasser ins Gespräch zu kommen. Die vorliegende Dokumentation stellt das Projekt als Prototyp dar; sie reicht nicht aus, um daraus zu schließen, dass es Besucherinnen und Besuchern Trinkwasser bereitstellte oder seine Funktionsweise unabhängig überprüft wurde.

Aus dem Vergleich dieser Arbeiten lässt sich weder ableiten, dass alle nach derselben Methode arbeiten, noch dass ihre Umweltwirkungen gleichwertig sind. Er zeigt jedoch die Bandbreite der Ansätze: Eine Installation kann mit Schatten und Mobiliar arbeiten, durch Oberflächen und Wasser Atmosphären schaffen oder Materialien und Prozesse zum Teil ihrer öffentlichen Aussage machen.

Ein Programm, verschiedene Arten, den Innenhof zu nutzen

Das Format des YAP verbindet einen wiedererkennbaren Ort und eine wiederkehrende Aufgabenstellung mit einer neuen gestalterischen Antwort. Der allgemeinen Programmbeschreibung zufolge werden die Entwürfe in einem Auswahlverfahren bestimmt, bei dem rund 50 Büros nominiert, ihre Portfolios geprüft und fünf Finalisten eingeladen werden, Vorentwürfe einzureichen. Das Gewinnerteam entwickelt eine temporäre Außeninstallation.

Besonders ergiebig ist an dieser Wiederholung, dass sie konkrete Entscheidungen sichtbar macht und nicht nur auffällige Formen: Wie viel vom Gelände bleibt erhalten? Wie wird der Schatten verteilt? Was lädt zum Innehalten ein, und welche Ressourcen werden sichtbar? Im Innenhof des MoMA PS1 schlägt jedes Projekt eine andere Beziehung zwischen Struktur, Atmosphäre und gemeinschaftlicher Nutzung vor. Architektur erscheint hier weniger als eigenständiges Objekt denn als eine Weise, die Bedingungen einer gemeinsamen Erfahrung zu gestalten.

Referenzen

  • MoMA, About / Young Architects Program.
  • MoMA, New York / Young Architects Program: Holding Pattern.
  • MoMA, New York / Young Architects Program: Weaving the Courtyard.
  • MoMA, New York / Young Architects Program: Hy-Fi.
  • MoMA, New York / Young Architects Program: COSMO.
  • MoMA, Young Architects Program (YAP).

Die Übersicht

Geltungsbereich

Redaktionelle Einordnung; dies ist weder ein Besuch noch eine technische Bewertung.

Quellen

New York / Young Architects Program ↗24/10/2026

New York / Young Architects Program ↗24/10/2026

New York / Young Architects Program ↗24/10/2026

New York / Young Architects Program ↗24/10/2026

New York / Young Architects Program ↗24/10/2026

About / Young Architects Program ↗24/10/2026

New York / Young Architects Program ↗24/10/2026

New York / Young Architects Program ↗24/10/2026

New York / Young Architects Program ↗28/10/2026

Young Architects Program (YAP) | MoMA ↗31/10/2026